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Verwaltung trifft Politik

(LZ Lüneburg, 30.08.2011)

LZ -Wahlforum in Amelinghausen: Beim Kampf ums Rathaus prallen Gegensätze aufeinander

Nach dem Auftakt gestern Abend in Scharnebeck (Bericht folgt) geht das LZ-Wahlforum heute in Amelinghausen in die zweite Runde. Ab 19 Uhr haben Bürger im Gasthaus Schenck die Chance, den Kandidaten für den hauptamtlichen Posten des Bürgermeisters der Samtgemeinde Amelinghausen auf den Zahn zu fühlen. Vorab stellt die LZ Helmut Völker (parteilos) und Dominik Wehling (CDU) im Kurzporträt vor.

ml Amelinghausen. Als Helmut Völker 1990 in Amelinghausen hinter dem Schreibtisch des Samtgemeindedirektors Platz nahm, machte Dominik Wehling gerade sein Abitur. Damals ahnte keiner von beiden, dass sich ihre Wege 2011 kreuzen würden – bei der Wahl zum hauptamtlichen Bürgermeister in der Samtgemeinde Amelinghausen.

So unterschiedlich wie ihr Alter ist auch der Werdegang der beiden Kandidaten. Während der heute 57 Jahre alte Völker die klassische Ausbildung zum Diplom-Verwaltungswirt durchlaufen hat, studierte der jetzt 40-jährige Wehling Publizistik, Politologie und Geschichte in Berlin. Dort stieg er bereits 1994 in die Politik ein – und blieb. Sowohl in Berlin, auch wenn seine Frau und die drei Kinder inzwischen in Betzen dorf leben, als auch in der Politik. Als Referent arbeitete Wehling zunächst für drei Bundestagsabgeordnete, dann für

die CDU/CSU-Bundestagsfraktion; zuständig für nachhaltige Entwicklung. “Glückt die Wahl, endet mein Vertrag im Oktober”, kündigt der Christdemokrat an.

Konsequent weitergegangen ist Helmut Völker seinen Weg auch nach Einführung der Eingleisigkeit. Die hatte Mitte der 1990er-Jahre die Rathaustüren

für Nicht-Verwaltungsbeamte geöffnet, das politische Bürgermeisteramt mit der Macht der Verwaltung geeint. Doch Völker wollte die Zukunft der Samtgemeinde Amelinghausen weiter mitgestalten – wenn nicht als Direktor der Samtgemeinde, dann als deren Bürgermeister. Die Wahl gelang, im März 2002 trat er das neue Amt an.

Amtsmüde ist der parteilose Verwaltungsmensch Völker neun Jahre später noch nicht:

“Ich möchte meinen Vertrag mit den Bürgern um weitere acht Jahre verlängern.” Und die stehen nun vor der Wahl – vertrauen sie auf den DiplomVerwaltungswirt, der die Samtgemeinde Amelinghausen inzwischen rund 21 Jahre auf

Kurs gehalten hat? Oder wählen sie den Wechsel und entscheiden sich für Wehling, der sich selbst als “Politiker-Typus sieht, der verschiedene Meinungsfäden zu einem haltbaren Strang verknüpft”? Und damit im Einklang mit der Absicht des Gesetzgebers, als er mit der Verschmelzung der Ämter des hauptamtlichen Samtgemeinde-

direktors und des ehrenamtlichen Bürgermeisters eine stärkere politische Ausrichtung an der Rathausspitze anschob.

Lediglich dem Bürger, aber keiner Partei verpflichtet, will Völker auf seine Arbeit der vergangenen Jahrzehnte aufbauen: “Unsere vorbildliche, familienfreundliche Struktur muss mit Ganztagsbetreuungen in Krippe, Kindergarten und Grundschulen weiterentwickelt, überregionale Förderprogramme für private, gewerbliche und kommunale Investitionen genutzt werden.” Wehling dagegen stellt die Stärkung des ehrenamtlichen Engagements sowie der Kinder- und Jugendarbeit, zudem den Aufbau einer Senioren-Tagesfreizeiteinrichtung in den Vordergrund.

Wendet sich der 57 Jahre alte Amtsinhaber gegen “Kleinstaaterei” und hält einheitliches Verwaltungshandeln für unabdingbar, um effizient und wirtschaftlich arbeiten zu können, kritisiert Wehling vergangene Entscheidungen unter dem Motto “Es geht nicht darum, ob wir es bezahlen können, sondern darum, ob wir es machen wollen”. Denn Risiken und Nebenwirkungen dieser Politik würden über die Samtgemeindeumlage auf die Mitgliedsgemeinden übertragen. Somit versteht sich der 40 Jahre alte Herausforderer eher als Anwalt der Mitgliedsgemeinden, während Amtsinhaber Völker mit Blick auf die drohende Kommunalreform schon jetzt nach Verbündeten außerhalb der Samtgemeinde Amelinghausen sucht.




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