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Nostalgiedorf Amelinghausen?

LZ Lüneburg, 01.09.2011

Waldbad-Sanierung und Krippenbau zwei Streitthemen beim LZ-Wahlforum

kre Amelinghausen. Die Rollen beim LZ-Wahlforum in Amelinghausen am Dienstagabend in Schenck’s Gasthaus waren klar verteilt: Herausforderer Dominik Wehling (CDU) traf auf Amtsinhaber Helmut Völker (parteilos). Mehr als 140 Zuschauer verfolgten das knapp zweistündige Rededuell, das von LZ-Redakteur Malte Lühr geleitet wurde. Es wurde ein munterer Schlagabtausch quer durch – fast – alle politischen Themen, die die Samtgemeinde Amelinghausen beschäftigen. Angefangen von der Sanierung des Waldbades bis hin zur Interkommunalen Zusammenarbeit.

Ihre Kernbotschaften verloren beide Politiker freilich nie aus den Augen: Völker hob seine Leistungen als Samtgemeindebürgermeister in den vergangenen Jahren hervor. Er betonte, dass Amelinghausen als .finanzschwache Samtgemeinde” trotzdem sehr gut dastehe – mit einer vorbildlichen Infrastruktur. Wehling dagegen mahnte den hohen Schuldenstand an, forderte eine konsequente Konsolidierung des Haushalts und setzte zugleich auf die Stärkung des ehrenamtlichen Engagements in den Gemeinden.

Keine wesentlich neuen Erkenntnisse also. Doch beide Kandidaten nutzten die Gelegenheit, ihre Positionen weiter zu untermauern. Wehling etwa, der wenig Verständnis dafür zeigte, dass das Waldbad in Amelinghausen für 2,9 Millionen Euro saniert wird. “Sanierung ja”, lautete sein Credo – “aber muss es auch gleich mit Saunalandschaft sein? Muss man immer Visionen haben?”,

fragte er in die Runde, um die Antwort gleich selbst zu geben. “Nein!” Es reiche, das zu erhalten, was man habe. Er selbst jedenfalls fände es überhaupt nicht schlimm, wenn das Bad auch nach der Sanierung noch den Charme der 1970er-Jahre versprühe.

Eine Argumentation, die bei Gisela Plaschka als Zuhörerin für Kopfschütteln sorgte: “Sie wollen also Amelinghausen zu einem Nostalgiedorf machen, in das die Leute kommen, gucken und wieder wegfahren?”, fragte die FDP Politikerin in der anschließenden Fragerunde. Für Helmut Völker ist der Ausbau des Waldbades dagegen alternativlos – der erfolge im Übrigen auch nur in Abschnitten, abhängig von der Finanzierbarkeit.

Unterschiedliche Auffassungen gab es auch beim Thema Kinderkrippe: Wehling kritisierte, dass die Einrichtung zentral für die Samtgemeinde in Amelinghausen mit 30 Plätzen aufgebaut wird. “Besser wäre es gewesen, man hätte sich für eine kleinere Krippe in Amelinghausen entschieden und bestehende Einrichtungen in den Dörfern gestärkt”, befand der Herausforderer aus den Reihen der CDU. Völker konterte: “Es herrscht Konsens in der Samtgemeinde, dass die Krippe in Amelinghausen gebaut wird. Wir haben schon 26 Anmeldungen vorliegen - und das ist auch gut so.”

Weitgehend einig sind sich beide Kandidaten beim Thema Gemeindefusion. “Wenn es soweit ist, muss der Bürger befragt werden und entscheiden”, nannten beide ihre Positionen.

Das nächste LZ-Wahlforum findet am morgigen Freitag, 2. September, 19 Uhr, in Adendorf in der Mensa der Schule am Katzenberg statt. Dort werden die drei BürgermeisterKandidaten Kerstin Roloff (CDU), Bärbel Sasse (Bündnis 90/Die Grünen) und Thomas Maack (SPD) auf dem Podium miteinander diskutieren.




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